Escort ist für viele Frauen eine zeitlich begrenzte Tätigkeit. Wer von Anfang an über den Ausstieg nachdenkt, ist besser vorbereitet. Dieser Artikel zeigt, wie ein bewusster Exit gelingt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Es gibt keinen „richtigen" Zeitpunkt – aber es gibt Signale, die darauf hindeuten, dass es Zeit für eine Veränderung ist:
- Du freust dich nicht mehr auf Dates – im Gegenteil, du fürchtest sie
- Die emotionale Belastung überwiegt den finanziellen Nutzen
- Deine Lebenssituation hat sich verändert (Beziehung, Beruf, Umzug)
- Du hast dein finanzielles Ziel erreicht
- Du möchtest andere Prioritäten setzen
Exit-Strategie planen
Ein bewusster Ausstieg ist einem abrupten Aufhören vorzuziehen:
1. Finanzielle Vorsorge
Baue während deiner Escort-Zeit einen finanziellen Puffer auf. Das ermöglicht dir, den Ausstieg selbst zu bestimmen – ohne finanziellen Druck.
2. Alternative Einkommensquellen entwickeln
Überlege frühzeitig, womit du nach dem Escort-Job Geld verdienen möchtest. Weiterbildung, Ausbildung, Studium – plane das parallel zu deiner Escort-Tätigkeit.
3. Vertrag kündigen
Schau dir deinen Agenturvertrag an: Gibt es Kündigungsfristen? Schreibe eine formelle Kündigung und hole dir eine schriftliche Bestätigung.
4. Gewerbeanmeldung abmelden
Wenn du aufhörst, musst du dein Gewerbe beim Gewerbeamt abmelden. Das ist genauso unkompliziert wie die Anmeldung – ein Formular genügt.
5. ProstSchG-Anmeldung widerrufen
Falls du nach ProstSchG angemeldet warst, musst du die Tätigkeit bei der zuständigen Behörde abmelden.
Unterstützung beim Ausstieg
Mehrere Organisationen bieten gezielte Exit-Unterstützung für Sexarbeiterinnen an:
- Solwodi: Beratung und Begleitung beim Ausstieg – www.solwodi.de
- KOOFRA (Hamburg): Fachberatungsstelle für Sexarbeiterinnen
- Lokale Caritas und Diakonie
Ein Ausstieg aus dem Escort ist immer möglich – und kein Anlass für Scham. Es ist ein selbstbestimmter Schritt in eine neue Phase.